Charon-VAX rationalisiert den Betrieb der European Transonic Windtunnel GmbH

Die Aufgabe

Geleitet von dem Anspruch, stets Spitzenqualität zu liefern, hat sich ETW zu einer der weltweit wichtigsten aerodynamischen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Luftfahrtindustrie entwickelt. Seit 1995 unterstützt die Organisation Flugzeughersteller aus der ganzen Welt bei der Optimierung ihrer Flugzeugkonstruktionen. Der Windkanal bietet realistische Flugbedingungen zur Analyse der aerodynamischen Eigenschaften von maßstabgetreu nachgebildeten Flugzeugmodellen. Die Modelle werden mit Druck- und Temperatursensoren sowie zusätzlichen Strömungssensoren ausgerüstet und anschließend auf einer Teststrecke eingesetzt, wo ein 50-Megawatt-Kompressor einen Stickstoffstrom mit Überschallgeschwindigkeiten von bis zu Mach 1,3 erzeugt. Um realistische Flug- und Strömungsverhältnisse in einem kleinen Maßstab simulieren zu können, wird die Temperatur im Windkanal auf etwa minus 160 Grad Celsius herabgesetzt und der Luftdruck auf 4,5 bar erhöht. Solche Bedingungen können nur durch den Einsatz von äußerst kaltem Stickstoff in Kombination mit einem technisch ausgereiften System von Luftschleusen geschaffen werden, die Feuchtigkeit fernhalten.

Das Luftschleusensystem, die Beförderung des Modells und die Einstellparameter des Windkanals wurden von einem halben Dutzend VAX-Systemen gesteuert. Sechs weitere VAX-Systeme sammelten Messdaten in Echtzeit. Alle Systeme liefen unter OpenVMS. „OpenVMS ist immer noch eines der besten Betriebssysteme der Welt“, erklärte Wolfgang Strudthoff, Gruppenleiter der Abteilung Computersysteme bei ETW. „Es ist sehr zuverlässig. Wir hatten in den letzten 20 Jahren nur wenige Ausfälle.“ Aber Workstations, auf denen OpenVMS ausgeführt werden konnte, wurden immer seltener. Mitte der 1990er Jahre ersetzte die Digital Equipment Corporation 32-Bit-CISC-VAX-Systeme durch 64-Bit-RISC-basierte Alpha AXP-Systeme. Trotz mehrmaliger Versuche konnte Digital nicht gewährleisten, dass alle Anwendungen unverändert auf die neue RISC-Plattform übertragen werden konnten. Im Falle von ETW führte dies dazu, dass ihre maßgefertigten Anwendungen nicht auf AlphaServer verschoben werden konnten. Aus diesem Grund mussten die bisherigen VAX-Systeme sorgfältig gepflegt werden. „Unsere Erstinvestitionen in die Softwareentwicklung waren enorm“, erklärte Strudthoff. Doch nach fast 30 Jahren Dauerbetrieb war die Hardware nun am Ende ihrer Lebensdauer angelangt…

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