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Ausführen von OpenVMS auf virtueller Hardware

Letzten Monat haben wir uns als Sponsor des OpenVMS Boot Camp in New Hampshire betätigt, des größten Events, das sich speziell an Mitglieder der OpenVMS-Community richtet. OpenVMS ist neben Solaris, Tru64 und MPE eines der von unseren Kunden am häufigsten auf Legacy-Hardware ausgeführten Betriebssysteme.

Sicherlich sind alle Teilnehmer des OpenVMS Boot Camp der einhelligen Meinung, dass OpenVMS ein großartiges Betriebssystem ist. Einer der Gründe, aus denen es immer noch von so viele Unternehmen verwendet wird (seit der Erstveröffentlichung 1977), ist seine Zuverlässigkeit. Während die VAX- und Alpha-Hardware schon längst nicht mehr hergestellt wird, sind das Betriebssystem und die darunter ausgeführten Anwendungen immer noch in Ordnung.

Eine der vielen Fragen, die uns beim OpenVMS Boot Camp gestellt wurden, war, ob zur Nutzung einer Charon-Hardwareemulationslösung ein bestimmtes Upgrade von OpenVMS erforderlich ist. Abhängig vom zu ersetzenden VAX- oder Alpha-Modell ist eine bestimmte Versionen von OpenVMS die Mindestvoraussetzung, aber die große Mehrheit unserer Kunden benötigt kein Upgrade. Und zwar aus folgendem Grund:

Charon-Lösungen

Unsere Charon-Lösungen sind Lösungen zur Ersetzung von Hardware. Wir tauschen die alternde Hardware gegen einen neuen, branchenüblichen Standardserver aus, auf dem unsere Charon-Softwarelösung ausgeführt wird. Dank der Charon-Software kann ein moderner x86-Server genau so funktionieren, wie es der Legacy-Server immer getan hat. Weil es sich hierbei um eine reine Hardwareemulation handelt, werden das alte Betriebssystem und die alten Anwendungen ohne Änderungen und Neukompilierung des Codes weiter ausgeführt.

Daher spielt es keine Rolle, welche Version von OpenVMS oder eines anderen älteren Betriebssystems Sie verwenden. Diese Schichten werden auf den x86 migriert, wir verändern sie während des Vorgangs nicht.

Vorteile von OpenVMS

Das hat einige erhebliche Vorteile. Der offensichtlichste besteht darin, dass das Legacy-System im Grunde genommen weiterhin so funktioniert wie bislang. Tatsächlich gab es eine Reihe von Implementierungen, bei denen die Endbenutzer überhaupt nicht merkten, dass Änderungen stattgefunden hatten. Sie interagieren mit dem System bzw. mit der Anwendung genauso, wie sie es zuvor getan haben. Wenn den Benutzern irgendetwas auffällt, dann ist das häufig die Verbesserung der Leistung, etwa dass Berichte in einem Bruchteil der Zeit erstellt werden, die auf der ursprünglichen Hardware nötig gewesen wäre.

Ein zweiter Vorteil liegt darin, dass die Übersetzung des Charon-Emulators Bit für Bit mit den ursprünglichen DEC-Systemen kompatibel ist, einschließlich der Gleitkommagenauigkeit.  Stromasys stellt mit von der Digital Equipment Corporation entwickelten Tools sicher, dass Charon 100%ig kompatibel mit der Originalhardware ist; dazu gehören MDM (MicroVAX Diagnostic Monitor),  UETP (User Environment Test Package, Teil von VMS)  und AXE (DECs Verifikationstool für die VAX- und Alpha-CPU-Architektur).

Ein weiterer Vorteil unserer Lösungen zur Emulation von Legacy-Hardware: Da oberhalb der Hardwareebene nichts geändert wird, ist keine erneute Zertifizierung erforderlich. Für viele Branchen, die nach strengen Vorschriften oder Compliance-Standards arbeiten, würden Änderungen am Betriebssystem oder an der Anwendung eine langwierige und umfassende Neuzertifizierung des Unternehmens zur Validierung des Systems erfordern. Bei unserer Lösung ist das jedoch nicht nötig. Durch den Austausch der veralteten Hardware gegen eine modernere, zuverlässigere Alternative mindern Charon-Lösungen die Risiken und bieten zugleich einen einfachen, unkomplizierten Weg zur Business Continuity.


Unterstützung von Tru64-Benutzern mit Legacy-Alpha-Emulation

Während bei Legacy-Hardware immer häufiger Defekte auftreten, besitzen Legacy-Betriebssystem und -Anwendungen eine weitaus längere Lebensdauer. Häufig sind sie noch in einer blendenden Verfassung, wohingegen die Originalhardware an ihre Grenzen kommt. Charon-Lösungen bieten einen Ausweg, um diese unverwüstlichen Legacy-Betriebssysteme und -Anwendungen ohne die Probleme der alternden Hardware auch in Zukunft weiternutzen zu können. Es folgt ein Interview mit Sandy Levitt, Senior Sales Engineer und Director of Sales Operations bei Stromasys. Sandy verfügt über viele Jahre Erfahrung mit DEC-Systemen und dem Betriebssystem Tru64. Lesen Sie dieses Interview, um mehr darüber zu erfahren, wie Charon Benutzern von Legacy-Systemen bei der Umsetzung der Alpha-Emulation helfen kann und wie es das Betriebssystem Tru64 sowie andere wie OpenVMS, Solaris und MPE unterstützt.

 

Sandy, können Sie uns erzählen, wie Sie zum ersten Mal mit Legacy-Systemen in Berührung kamen?

Das erste Unix-System, auf dem ich je gearbeitet habe, war Ultrix, das unter MIPS und VAX von Digital Equipment Corporation ausgeführt wurde.   Zuerst war ich als Presales-Technikerin für öffentliche Kunden tätig und wirkte im Vertrieb von hochmodernen BSD-basierten Unix-Systemen mit.  Doch das reichte mir nicht, weswegen ich zum Kundensupport wechselte und Kunden bei der Behebung von Problemen unterstützte.  DEC war seinerzeit ein innovatives Unternehmen, und schon bald brachten sie ein neues Unix-System namens OSF/1 auf den Markt, das wir auf dem schnellsten verfügbaren Chip unterstützen sollten: dem Alpha. (Aus OSF/1 wurde später Tru64)  Die Geschäftsaktivitäten nahmen zu und damit auch das Anrufvolumen.   Unser Team wuchs und wuchs, bis wir auf etwa 30 Mitarbeiter kamen.

Und haben Sie seitdem mit den Legacy-Systemen Tru64, Unix und DEC weitergearbeitet?

Dann drücken wir einmal die Schnellvorlauftaste und spulen circa 15 Jahre vor.  Seit damals wurde Digital zuerst von Compaq und dann von HP übernommen, die ihre eigenen Systeme und UNIX-HP-UX hatten.   Es dauerte zwar seine Zeit, aber im Endeffekt nahm die Zahl der Kunden, die Tru64 ausführen, immer stärker ab. Linux hatte sich als De-facto-Unix etabliert, und X86 wurde zum De-facto-Chip.  Das soll nicht heißen, dass es keine anderen Unix-Typen und Chips gab, aber der Markt hatte sich definitiv verschoben. HPE stellte keine technische Unterstützung für Tru64 mehr bereit. Ab dem 31. Dezember 2016 stellt HPE den Support für Tru64 ein.

Das Bemerkenswerte daran war jedoch, dass viele Großkunden immer noch Alpha-Server besaßen, auf denen Tru64 ausgeführt wurde. Es war stets und ist nach wie vor ein zuverlässiges, unverwüstliches Arbeitspferd für kritische Anwendungen in den unterschiedlichsten Branchen.

Wie kamen Sie zu Stromasys?

Als ich 2014 mit 20 Jahren Erfahrung in Tru64 entlassen wurde, stand ich vor einer ungewissen Zukunft. Ich lernte Linux, aber es war nicht dasselbe. Wie konnte ich in der modernen Cloud/VM/x86-Welt meiner Liebe zu Tru64 weiter nachgehen?

Die Antwort lag in Stromasys.   Als ich herausfand, dass sie Mitarbeiter suchen, war ich total aufgeregt. Würde sich die Arbeit für ein Unternehmen mit ca. 100 Mitarbeitern unterscheiden von der Arbeit für HP (heute HPE)?  Auf jeden Fall, aber im positiven Sinne. Stromasys und seine Kunden teilen die Liebe für Legacy-Systeme und -Betriebssysteme. Warum sollte man eine Anwendung migrieren, die unter einem stabilen Betriebssystem perfekt läuft?  Das einzige Problem lag darin, dass die Hardware immer fehleranfälliger wurde.   Aber nun konnten das Betriebssystem und die Anwendung auf modernen X86-Systemen weiter ausgeführt werden.   Über Stromasys habe ich viele Kunden kennengelernt, die ihre Tru64-Systeme nahtlos auf emulierte Hardware migriert haben und so unternehmenskritische Anwendungen weiter ausführen.   Die Bewunderung dieser Kunden für unsere Arbeit, das ist der Grund, aus dem ich das tue.

Wobei ich es insgeheim auch deshalb tue, weil ich miterlebe, wie das Betriebssystem weiterlebt, mit dem ich über 20 Jahre lang groß geworden bin. Die Arbeit mit Tru64 ist so, als wenn man sich rasch ein altes Sweatshirt überstreift.  Man fühlt sich einfach wohl.

Wie beurteilen Sie als Tru64-Expertin die Vorgehensweise von Stromasys, um auf die Bedürfnisse anderer Tru64-Benutzer einzugehen?

Sie stellen eine stabile Umgebung zur Ausführung von Tru64 bereit. Da Tru64 ein stabiles Betriebssystem ist, lehrt die Erfahrung, dass die meisten Abstürze und Ausfallzeiten durch Hardwarefehler verursacht werden. Wie bereits erwähnt, ist Stromasys auch in der Lage, Unterstützung für Tru64 zu bieten, während HP den Support ab dem 31. Dezember 2016 komplett einstellt.

Das bedeutet, dass sich Tru64-Benutzer und Unternehmen, die sich auf das Betriebssystem verlassen, keine Sorgen mehr um Ausfallzeiten machen müssen, die durch ein nicht unterstütztes Betriebssystem verursacht werden.

Genau. Wir haben ein Team von Tru64-Experten, die nicht nur die Charon-Lösungen unterstützen, welche die Hardwareemulation der ursprünglichen DEC-Hardware ermöglichen, sondern denselben Support auch für das darauf ausgeführte Betriebssystem Tru64 bieten.

Welchen Rat würden Sie Technikern geben, die diese Plattformen immer noch Tag für Tag in ihren Organisationen benutzen? 

Für die Umsetzung von Migrationsplänen ist grundsätzlich doppelt so viel Zeit erforderlich, wie ursprünglich vorgesehen. Mein Rat lautet also: vernachlässigen Sie diese Systeme nicht. Und natürlich: das Hardwarerisiko zu beseitigen und die bestehenden Anwendungen und Betriebssysteme auf x86 zu transferieren, ist ein sicherer Weg. 

Um weitere Informationen über die nächsten Schritte für Ihr Legacy-System zu erhalten, besuchen Sie unsere Seite über Lösungen oder kontaktieren Sie uns für eine Beratung.


Lösungen zur Hardwarevirtualisierung auf der HPE Discover

 

Seit über einem Jahrzehnt arbeitet Stromasys eng mit HPE zusammen, um plattformübergreifende Servervirtualisierungslösungen für klassische DEC- und HPE-Hardware anbieten zu können. Von diesen Lösungen profitieren Kunden weltweit, denn mit ihrer Hilfe können sie ihre veralteten Hardwareplattformen silllegen. Oft wird auch die Leistung der geschäftskritischen Anwendungen verbessert, auf die diese Unternehmen angewiesen sind.

Als Technologiepartner von HPE freut sich Stromasys auf die Teilnahme an der Veranstaltung HPE Discover in Madrid (28. bis 30. November 2017). Dort führen wir allen Kunden, die Anwendungen  auf den Betriebssystemen OpenVMS, True64, MPE und Solaris ausführen, Charon-Lösungen zur Hardwarevirtualisierung vor. Stromasys zeigt, wie Anwendungen, die für eine bestimmte Architektur und ein bestimmtes Betriebssystem entwickelt wurden, mithilfe von Charon ohne Veränderungen auf verschiedenen Plattformen ausgeführt und trotzdem auf eine moderne Infrastruktur übertragen werden können.

Besuchen Sie Stromasys während der Messe am Stand Nr. 171, um mit einem Experten zu sprechen und mehr über Charon-Virtualisierungslösungen zu erfahren. Stromasys verfügt über verschiedene Software- und Servicelösungen, die Ihre Anwendungen optimieren und Ihr Rechenzentrum verbessern. Sie können einen Termin für eine Gratisvorführung auf der HPE Discover vereinbaren. Klicken Sie dazu hier.