Archiv für: Sparc Ultra | Stromasys

Ein Interview mit Chris Li über Halbleiter und die Emulation von Legacy-Hardware

Lesen Sie ein Interview mit Chris Li, Stromasys‘ Geschäftsführer im asiatisch-pazifischen Raum, über die wichtige Rolle der Emulation von älterer Hardware in der Halbleiterindustrie:

SEAJ: Wie gut kennen Sie sich in der japanischen Halbleiterindustrie aus?

Chris Li, Stromasys‘ Geschäftsführer im asiatisch-pazifischen Raum: Ich verfolge die Trends in der Halbleiterbranche weltweit, da ich mich an der Universität eingehend mit Halbleitern befasst habe. Ich bin Elektronik- und Elektroingenieur und habe Anfang der 90er-Jahre mein Studium am Londoner Imperial College abgeschlossen. Halbleiter faszinieren mich wegen ihres Leistungspotenzials, der immer höheren Transistorendichte und ihrer Vielseitigkeit und wegen der Manipulation durch Dotierung. Japan ist der drittgrößte Elektronikhersteller der Welt und der viertgrößte Exportmarkt für Anlagen zur Halbleiterherstellung.

Die monatlichen Umsatzahlen für Halbleiter liegen in Japan bei über drei Milliarden US-Dollar. In den letzten Jahren war die Branche aufgrund einer stagnierenden Konjunktur und der Tatsache, dass Japan den Mobiltrend verpasste, mit großen Herausforderungen konfrontiert. Allerdings wirken sich Verbrauchertrends unmittelbar auf die Halbleiterindustrie aus, und der Trend geht in Richtung Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). Japan wird diese Chance im Laufe der Zeit nutzen.

SEAJ: Welchen Beitrag könnte Stromasys zur japanischen Halbleiterindustrie leisten?

Li: Angesichts der langen Geschichte der japanischen Halbleiterindustrie und der betriebsnotwendigen Anwendungen, die in verschiedenen Phasen der Halbleiterherstellung verwendet werden, kommen zwangsläufig Legacy-Systeme zum Einsatz. Mit Legacy-System meine ich ein früheres oder veraltetes Computersystem, dessen Produktion vor langer Zeit eingestellt wurde. Es gibt verschiedene Gründe für die Beibehaltung dieser Altsysteme, zum Beispiel Risiken bei der Umprogrammierung von Anwendungen, Herausforderungen bezüglich der Kapitalrendite, Schnittstellen zu Peripheriegeräten usw. In allen Fällen entstehen diesen Unternehmen hohe Wartungskosten für die Legacy-Systeme; sie tragen das Zuverlässigkeitsrisiko, das der Kauf gebrauchter Ersatzteile birgt usw.

Stromasys verfügt über eine einzigartige Reihe an Produkten namens „Charon“, die verschiedene Legacy-Systeme emulieren (oder virtualisieren). Das bedeutet, dass Charon die Legacy-Hardware ersetzt. Benutzer können ihre vorhandenen Anwendungen (ohne Neuinstallation) auf einen Charon-Emulator portieren, der auf dem neuesten x86-Rechner oder in der Cloud unter Linux oder Windows läuft. Wir bewahren die Softwareinvestitionen unserer Kunden über mehrere Hardwaregenerationen hinweg.

SEAJ: Was bringt das unseren Verbandsmitgliedern?

Li: In der Halbleiterindustrie ist Präzision von zentraler Bedeutung. Deshalb gibt es gute Gründe, die vorhandenen Anwendungen beizubehalten. Mit einer Charon-Lösung müssen Benutzer keine einzige Änderung an ihren Anwendungen vornehmen. Selbst wenn sie den Quellcode nicht mehr parat haben, kann die Charon-Emulation weiterhelfen. Zeit und Aufwand für die Portierung der Anwendung auf einen Charon-Emulator sind minimal.

Da keine Abhängigkeit mehr von den veralteten Legacy-Systemen besteht, sinken die Wartungskosten deutlich. Außerdem können Benutzer das Risiko von Hardwareausfällen deutlich verringern und die Leistung verbessern. Für das neue System ist eine größere Auswahl an Peripheriegeräten verfügbar. Schließlich ergeben sich Einsparungen bei den Betriebskosten, z. B. durch einen geringeren Stromverbrauch, weniger Wärmeabgabe und einen reduzierten Platzbedarf.

SEAJ: Wissen Sie von Stromasys-Erfolgsgeschichten in Japan und weltweit zu berichten?

Li: Stromasys hat für die weltweit führenden Unternehmen plattformübergreifende Virtualisierungslösungen in über 70 Ländern implementiert. In Japan sind wir seit über zehn Jahren geschäftlich tätig. Ein unlängst gewonnener Halbleiterkunde ist Renesas (am Standort Palm Bay, Florida), wo das Unternehmen fünf SparcStations,
fünf Sparc Ultras und ein Sun Blade betrieb. Das Sun Blade wurde unter Solaris 8 ausgeführt, alle anderen Systeme nutzten SunOS
5.6. Neun dieser Systeme dienten ausschließlich der Steuerung der Öfen, die anderen hatten verschiedene
Aufgaben in der Steuerung der Werkzeuge und Anlagen für die Halbleiterfertigung.

SEAJ: Das hört sich alles gut an. Wie sieht es mit der Verfügbarkeit und den Kosten der Emulation aus?

Li: Derzeit ist unsere Charon-Emulation für SPARC-, Digital VAX-, Alpha- und PDP-11- sowie HP 3000-Server verfügbar. Bei diesen Servertypen gibt es jeweils eine große Vielfalt an Modellen, die wir unterstützen. Außerdem bieten wir unsere Charon-Lösungen in Zusammenarbeit mit Oracle in der Cloud an. Was die Kosten betrifft, so ist die Kapitalrendite für die Kunden phänomenal. In den meisten Fällen betragen die Kosten für Charon weniger als die Wartungs- und Betriebskosten eines Jahres. Ich empfehle Ihren Verbandsmitgliedern dringend, sich für eine kostenlose, unverbindliche Beratung mit uns in Verbindung zu setzen. Unsere Kontaktdaten finden Sie weiter unten.

Über Stromasys

Stromasys ist ein Pionier für Lösungen zur plattformübergreifenden Emulation von Legacy-Servern der Enterprise-Klasse, die eine moderne Infrastruktur für ältere Anwendungen bieten. Zu unseren virtualisierten Umgebungen gehören:

Charon-PDP: Virtualisierung/Emulation von PDP-11-Systemen.
Charon-VAX: Virtualisierung/Emulation von VAX-/VMS-Konfigurationen.
Charon-AXP: Virtualisierung/Emulation von Alpha-/VMS-/Tru64-Lösungen.
Charon-HPA: Virtualisierung/Emulation von HP 3000-/MPE-Technologien.
Charon-SSP: Virtualisierung/Emulation von SPARC-/SunOS-/Solaris-Infrastruktur.
Charon in der Cloud: Virtualisierung/Emulation von SPARC-, Alpha-, VAX- und HP 3000-Systemen in der Cloud.

Der Hauptsitz des 1998 gegründeten Unternehmens befindet sich in Genf in der Schweiz. Über Vertriebsniederlassungen, technische Abteilungen sowie Entwicklungs- und Forschungslabors auf der ganzen Welt hat Stromasys in über 70 Ländern plattformübergreifende Virtualisierungslösungen implementiert und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Kosten zu senken, ihre Investitionen zu schützen, die Leistung zu verbessern, Risiken zu mindern und die Wartung zu vereinfachen. Weitere Informationen finden Sie unter www.stromasys.com. Oder folgen Sie uns auf Twitter: @stromasys_HQ.